Website der Gemeindegründung

www.baptisten-hunsrueck.de

 

Die Ortschaft Reich im Hunsrück

 

Gemeinsames Essen

 

Gottesdienst

Gemeindegründung in Reich (Hunsrück)

 

Eine Baptistengemeinde mitten auf dem platten (oder in unserem Falle hügeligen) Land zu gründen, – ob das möglich wäre? Das haben wir uns gefragt, als wir, zwei Familien aus dem Hunsrück, uns im Jahr 2006 zusammensetzten, um einen netten Grillabend zu haben. Viel war zuvor passiert. Wir hatten zusammen mit anderen Freunden ein Jahr in einem Männer- bzw. Frauenhauskreis verbracht und uns gegenseitig kennengelernt und ausgetauscht. Was uns verband war, dass keiner von uns einer Gemeinde vor Ort angehörte, bzw. mit seiner Gemeindesituation zufrieden war.

 

So beschlossen wir, auf Gott zu hören und ein Sondierungstreffen mit Bekannten und Freunden zu veranstalten, von denen wir wussten, dass sie in einer ähnlichen Situation waren wie wir. Von den zwölf Leuten, die kamen, waren auch viele begeistert; etwas Neues könnte entstehen. Aber selber eine Gemeinde mitgründen? Nein, das war nicht das Ding, das sie sich vorgestellt hatten. Zu viel Arbeit, zu viel Unsicherheit. So standen wir dann wieder alleine da. Zwei Familien - ohne etwas.

 

Da wir aber relativ sicher waren, uns innerhalb des Willens Gottes zu bewegen, haben wir mit einer Gründungsarbeit begonnen. Etwa ein halbes Jahr lang haben wir daran gearbeitet und gebetet, eine Gemeindekonzeption zu erstellen. Der Gemeindegründungsordner von Bob Logan hat hier gute Dienste geleistet. Eine Frage, die uns besonders beschäftigte, war die, ob und welcher Freikirche wir uns anschließen sollten. Eine Entscheidung für den BEFG  konnten wir schließlich auf Grund unserer eigenen Erfahrungen in mehreren Baptistengemeinden, dem soliden Aufbau des Bundes und der gelebten Selbstverantwortung der einzelnen Gemeinden fällen.

 

Nach einer längeren Odyssee trafen wir uns dann mit Peter Rau, der im Landesverband Süd-West zu dieser Zeit die kleinen Gemeinden in der Eifel betreute. In diesem Gespräch wurden wir in unserer Vision bestätigt und konnten die weitere Vorgehensweise abklären. Klar war, dass wir eine Muttergemeinde brauchen würden. Da die Gemeinden in Süd-West nicht gerade besonders eng gestreut sind, kamen wir relativ schnell auf die Gemeinde in Mainz. Zum einen war die Entfernung noch gerade akzeptabel, zum anderen waren wir zum Teil selber früher lange Zeit dort Mitglied und konnten von den bestehenden Kontakten profitieren. Hinzu kam, dass der dortige Pastor Helmut Schwarze bereits Erfahrung mit dem Unterstützen von Neugründungen sammeln konnte.

 

Es folgte ein Treffen mit der Gemeindeleitung von Mainz. Obwohl sie nach eigenen Aussagen eher skeptisch in den Hunsrück gefahren sind, konnten wir sie doch von unserer Vision begeistern. Nachdem auch die Gemeindeversammlung in Mainz uns ihren Segen gegeben hatte, konnten wir endlich als offizielles Gemeindegründungsprojekt innerhalb des BEFG starten.

 

Zu diesem Zeitpunk lag ein langer Weg bereits hinter uns, aber die Reise ging eigentlich gerade erst los. Nun stand alles an, was man als „normale Gemeinde so macht“. Einmal im Monat Gottesdienst und ein wöchentlicher Hauskreis sowie ein mehrwöchiger Glaubensgrundkurs waren unsere ersten Angebote an die Bewohner des Hunsrücks. Eine wertvolle Zeit, in der man viel ausprobieren, lernen und wachsen konnte: Predigten, Lobpreis, Technik, Moderation, Texte verfassen und vieles mehr. Nach gut einem Jahr Gemeindearbeit können wir sagen, dass wir alle gewachsen sind. Gaben, die wir uns nie in einer großen Gemeinde auszuprobieren getraut hätten, haben wir entdecken und vertiefen dürfen. Aber auch Dinge, die wir besser unseren Geschwistern überlassen sollten, haben wir herausgefunden. Zum Glück hat Gott uns in unserem kleinen Team so unterschiedlich gemacht, dass wir einen Großteil der Arbeit abdecken können.

 

Und Gott hat unseren Einsatz gesegnet! Er hat sich hinter uns gestellt und uns neue Geschwister geschenkt, die unsere Vision teilen. Es gab Entscheidungen für Jesus und unsere ersten beiden Taufen stehen nun vor der Tür. In aller Demut müssen wir gestehen: Wir freuen uns, dass wir unseren Teil an der Arbeit in Gottes Reich leisten durften und Jesus uns gebraucht, um Menschen zu retten.

 

Gemeinde gründen mit wenigen Leuten bedeutet logischerweise viel Arbeit. Aber auch viel Zeit, die man miteinander verbringt. Viel Frust und Rückschläge in allen Bereichen bewirken Spannungen zwischen den Menschen. Hier liegt vielleicht sogar das größte Risiko für ein Gründungsteam. Bei uns hätte es sicher auch geknallt, wenn wir uns nicht von Gott zusammengestellt gewusst hätten.

 

Zum Abschluss möchten wir noch betonen, dass wir uns von unserem Fürbitterteam getragen wissen. In einem etwa monatlich erscheinenden Rundbrief informieren wir Geschwister, die sich bereit erklärt haben, für uns vor Gott einzustehen und weisen darauf hin, wofür wir ganz konkret im nächsten Monat Gebetsunterstützung brauchen. Das ist eine nicht zu unterschätzende Waffe im Aufbau des Reiches Gottes bei uns, und ich kann es jedem, der sich mit dem Gedanken beschäftigt, eine Gemeinde zu gründen, nur wärmstens ans Herz legen. Gott liebt es, wenn wir füreinander vor ihm einstehen und gibt nur zu gerne seinen Segen dazu.

 

Euer Gemeindegründungsteam aus Reich im Hunsrück

(Volker Wendling)