Jesu Auftrag an seine Gemeinde ist eindeutig: „Macht alle Nationen zu Jüngern!“ (Matthäus 28, 19). Das ist die Aufgabe, die uns übertragen wurde. Die Apostelgeschichte berichtet, wie die Jünger diese Aufgabe in ihrer Stadt, den angrenzenden Regionen und bis an die Grenzen der damaligen Welt wahrgenommen haben. Sie erzählt von der Gründung, dem Wachstum und der Multiplikation der Gemeinde. Es gibt gute Gründe für das Entstehen neuer Gemeinden:
1. Die Multiplikation liegt im Wesen der Gemeinde.
Das beste Umfeld, um Menschen zu Jüngern Jesu Christi zu machen, ist die Gemeinschaft der Gläubigen am Ort. Paulus beschreibt das Wesen der christlichen Gemeinde mit dem Bild vom menschlichen Körper (1. Kor 12, 12-31). Wie der menschliche Körper von Gott dazu bestimmt ist, sich fortzupflanzen, so gehört es zum Wesen der Gemeinde, sich zu vermehren. Oder denken wir zum Beispiel an einen Apfelbaum: Der Apfel ist sozusagen die Samenpackung, die die eigentliche Frucht hervorbringen soll, nämlich weitere Apfelbäume. Die Gemeinde ist also wie ein Apfelbaum, der sowohl einzelne Jünger (=Äpfel) wie auch weitere Gemeinden (=Apfelbäume) hervorbringt.
2. Der Missionsauftrag Jesu fordert zur Gründung neuer Gemeinden heraus.
Jesus ermutigt seine Jünger, alle Volksgruppen zu Jüngern zu machen, also jede Kultur zu erreichen. Er verbindet seinen Auftrag mit der konkreten Berufung, Zeuge für ihn zu sein „in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien bis an das Ende der Erde“ (Apg. 1, 8). Der Zeugendienst weist daher über die eigene Stadt und die umliegenden Dörfer hinaus hin zu anderen Kulturen. Zwar ist die Mobilität der Menschen heute groß, eine nachhaltige Gewinnung und Begleitung von neuen Christen aber nur vor Ort möglich. Das aber fordert uns heraus, neue Gemeinden zu gründen.
3. Die Apostelgeschichte belegt die Gründung neuer Gemeinden.
Von Anfang an beschreibt die Apostelgeschichte, wie die ersten Gemeinden entstanden, wuchsen und sich vervielfältigten. In Apg. 1-7 sehen wir, wie sich die Gemeinde in Jerusalem bildet und ausbreitet. In Apg. 8, wie sie in Judäa und Samarien entsteht, und in Apg. 9-28 erfahren wir etwas über die weltweite Ausbreitung. Die Grenzen des christlichen Glaubens wurden also durch die Gründung neuer Gemeinden über alle Teile der Welt hinaus ausgedehnt. Auch wir sind heute deshalb Christen, weil Menschen vor uns engagiert neue Gemeinden in unseren Landstrichen gegründet haben.
4. Durch neue Gemeinden wächst das Potenzial neuer Mitarbeiter.
Gemeindegründung bringt neue Mitarbeiter und Leiter hervor. Gaben werden entdeckt, können gefördert werden und Leiter werden herangebildet. Dadurch wird auch das geistliche Wachstum der Gemeindeglieder gefördert und jeder kann sich entsprechend seiner geistlichen Gaben einbringen (vgl. 1. Petrus 4, 10). Gerade evangelistische und apostolische Begabungen können sich hier besonders entwickeln.
5. Neue Gemeinden bieten mehr Möglichkeiten für gottesferne und kirchendistanzierte Menschen.
Wir werden mit einer enormen Zahl von verschiedenartigen Menschen konfrontiert, die keine Beziehung zu Gott haben. Dafür brauchen wir viele unterschiedliche Gemeinden, um sie zu interessieren und zu gewinnen. Unterschiedliche Typen von Gemeinden bieten daher viel größere Chancen, den Erwartungen und Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden (vgl. 1. Korinther 9, 19-23).
6. Neue Gemeinde ergänzen die Aktivitäten bestehender Gemeinden.
Gemeindegründung spornt bestehende Gemeinden an. Sie trägt häufig dazu bei, das religiöse Interesse der Menschen in einer Region anzuheben. So kann auch eine schon bestehende Gemeinde davon einen Nutzen haben. Indem wir eine Gemeindeneugründung nicht als Konkurrenz zu einer gewachsenen Gemeinde, sondern als Ergänzung verstehen, kann der Missionsauftrag in einer Stadt oder einer Region umso besser erfüllt werden.





